Baumaßnahmen Stettiner Bahn

Ein Kommentar von Nicolas Drathschmidt, Stellvertretender Vorsitzender der SPD Karow-Buch

Im November und Dezember brauchen wir Karower und Bucher starke Nerven: Wieder sperrt die Bahn die Strecke zwischen Bernau und Pankow, diesmal für 6 Wochen.

Die Sperrung ist notwendig, da die Bahn längst überfällige Baumaßnahmen am Karower Kreuz durchführt. Der Bau bringt aber nicht nur Unannehmlichkeiten: Zum Schutz der Anwohner werden im Zuge des Bauprojekts auch Lärmschutzwände errichtet, eine Maßnahme, für die wir bereits lange gekämpft haben.

Damit der Schienenersatzverkehr nicht wie 2016 zum Desaster für alle Pendler wird, gibt es bereits Gespräche mit der Bahn. Manche Änderungen, die wir im letzten Jahr schon gefordert haben, wurden bereits aufgenommen: So wird es eine Expressbuslinie ohne Zwischenstopp von Karow nach Pankow geben. Das Nadelöhr am Bahnhof Blankenburg soll westlich und östlich umfahren werden. Um den Ausstieg am Bahnhof Pankow zu erleichtern, möchten wir außerdem die Bahn davon überzeugen, eine temporäre Buswendeschleife auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs zu errichten.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Janaur, Februar, März-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Mehr Sicherheit in unserer Nachbarschaft

Auch wenn unsere Region im Norden Pankows relativ ruhig und sicher ist, jeder einzelne Vorfall ist für die Betroffenen ein Schicksalsschlag. Für uns ist es daher unbefriedigend, wenn die Polizei durch lange Anfahrtszeiten nicht rechtzeitig Buch oder Karow erreichen kann.

Daher hat die SPD-Abteilung Karow-Buch Anträge beschlossen, die mit verschiedenen Maßnahmen die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in unserer Nachbarschaft stärken sollen:

Wir fordern die Abschnitte der Polizei-Direktion 1 so neu zu ordnen, dass eine Wache im Ortsteil Buch für die Ortsteile im Norden Pankows geschaffen wird. Außerdem möchten wir die regelmäßigen Streifen von Kontaktbereichsbeamten in allen Berliner Ortsteilen, also auch in Buch und Karow, wiedereinführen. Die ortskundigen Polizeibeamten sollen sichtbare Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger sein und zur Sicherheit unserer Nachbarschaft beitragen.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Januar, Februar, März-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Gefühlte Unsicherheit? – Wie sieht es wirklich aus mit der Sicherheit in unserer Nachbarschaft

Ein Kommentar von Carsten Reichert, Beisitzer im Vorstand der SPD Karow-Buch und ihr ehemaliger Vorsitzender

Schon lange ist die Sicherheit ein Gesprächsthema unter Nachbarn in Buch und Karow.
Gibt es mehr Kriminalität durch zugezogene Flüchtlinge? Wie lange brauchen die Einsatzwagen der Polizei bis nach Buch? Leben die Menschen in Buch und Karow weniger sicher als in anderen Stadtteilen Berlins?

Diese und andere Fragen beschäftigen unsere Nachbarn in Buch und Karow.
Für uns, die SPD Karow-Buch, war das Anlass genug, uns fachkundige Auskünfte einzuholen.

Am 17. Januar 2017 luden wir unsere Nachbarn zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Innensenator Andreas Geisel, der Abschnittsleiter des Polizeiabschnitts 14 Ulf Seltier und das Vorstandsmitglied der Ersten Wohnungsgenossenschaft Pankow Markus Luft stellten sich den Fragen der Bürger.

Andreas Geisel stellte nach einer generellen Einschätzung der Sicherheitslage Berlins fest, dass Buch und Karow zu den sicheren Stadteilen Berlins gehört. Er untermauerte diese Einschätzung mit aktuellen Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik. Die immer wieder bewusst falsch gestreuten Meldungen über einen Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge in unserer Region wurden durch den Innensenator glaubhaft widerlegt. Lediglich der Anstieg der Wohnungs- und Hauseinbrüche in Karow sind ein Problem, das verstärkt angegangen werden muss. Herr Geisel machte deutlich, dass international reisende Einbrecherbanden aber schwer zu greifen sind.

Herr Luft von der ersten Wohnungsgenossenschaft Pankow machte deutlich, dass die Genossenschaft ihren Mitgliedern durchaus das Gefühl der Sicherheit bieten kann. Die Wohnungen in der Nähe des Refugiums in Buch sind alle gut vermietet. Nur für einige wenige Mieter war dies ein Grund, umzuziehen. Vielleicht war dies doch etwas voreilig, wie sich im Nachhinein herausstellt. Die Genossenschaft kommt ihren Mietern bei Wünschen nach mehr Sicherheit großzügig entgegen. So werden z.B. die Kosten für den Einbau zusätzlicher Querriegelschlösser übernommen.

Viele Fragen aus dem Publikum wurden an Herrn Seltier vom Polizeiabschnitt 14 gerichtet. Immer wieder wurden die Einsatzzeiten der Polizeiwagen kritisiert. Die langen Anfahrten von Weißensee nach Buch sind für die Anwohner, sicher zu recht, ein Grund zur Besorgnis. Viele Anwohner wünschen sich wieder eine Polizeiwache in Buch.

Herr Seltier berichtete sehr offen über die Einsätze der verfügbaren Streifenwagen. Er machte aber auch deutlich, dass eine zusätzliche Wache in Buch Polizeikräfte binden würde, die er ansonsten als Präsenz auf der Straße verfügbar hätte.

Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung, die souverän und mit einer Portion Witz von unserem Ehrenvorsitzenden Ralf Hillenberg moderiert wurde.

Die langen Anfahrten der Polizeifahrzeuge nach Buch sind auch für uns unbefriedigend. Wir, die SPD Karow-Buch werden den verantwortlichen Politikern einen Vorschlag zur Neuordnung der Polizeiabschnitte machen.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Januar, Februar, März-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Zeit für die Menschen, die den Laden am Laufen halten

Ein Kommentar von Steven Seifert, Schriftführer der SPD Karow-Buch

„Ich möchte, dass es gerecht zugeht in unserem Land“. Mit diesem Satz hat Martin Schulz vielen Bürgerinnen und Bürgern offensichtlich aus der Seele gesprochen. Seit seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten und Vorsitzenden der SPD durch den Parteivorstand Ende Januar sind über 10.000 Menschen in die Partei eingetreten und in den Meinungsumfragen hat die SPD die CDU fast eingeholt oder sogar überholt. Das zeigt, dass das Thema Gerechtigkeit die Bürgerinnen und Bürger bewegt. Ob sie nun in Kiel oder in Garmisch-Partenkirchen wohnen, jung oder alt sind, ob sie ein gutes Einkommen haben oder ein geringes, ob sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben oder schon länger keine Arbeit finden – die Menschen merken, dass es an vielen Stellen ungerecht zugeht. Und sie wissen, dass diese Ungerechtigkeit keine Naturgewalt ist, sondern das Ergebnis politischen Handelns. Martin Schulz weckt die Hoffnung, dass die die Zeit der angeblich alternativlosen Sparpolitik vorbei ist.

Auch wenn Deutschland wirtschaftlich besser dasteht als andere Länder, haben die Menschen den Eindruck, dass von dem Wohlstand, den sie täglich erarbeiten, zu wenig bei ihnen ankommt. Während sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Befristung zu Befristung hangeln, besitzen die reichsten ein Prozent der Haushalte in Deutschland 33 Prozent der Vermögen. Während in Großstädten beinahe täglich neue Luxusappartments fertiggestellt werden, sind bezahlbare Mietwohnungen härter umkämpft denn je. Während Managergehälter in unserem Land Dimensionen erreicht haben, die einem den Atem rauben, sind Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrerinnen und Lehrer und ein Großteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor (z.B. Friseurinnen und Friseure) sowie der Lebensmittelindustrie (z.B. Fleisch- und Wurstwaren) unterbezahlt. Die, die mit ihrem Lohn sowieso schon kaum hinkommen, werden vom Arbeitgeber durch diverse Tricks teilweise selbst um den Mindestlohn betrogen. Um diese Menschen muss sich die SPD vor allem kümmern. Martin Schulz hat uns in den letzten Wochen überzeugend daran erinnert, für wen wir Politik machen: „Uns treibt der Respekt an für die Menschen, die hart arbeiten, Steuern zahlen, sich um Kinder kümmern und manchmal auch noch um die eigenen Eltern. Die Menschen, die den Laden am Laufen halten. Mir ist wichtig, dass wir diese Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen“.

manchmal auch noch um die eigenen Eltern. Die Menschen, die den Laden am Laufen halten. Mir ist wichtig, dass wir diese Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen“. Die angesprochenen Schieflagen sind nicht von heute auf morgen zu beheben. Einige sind vor allem nicht von der deutschen Politik allein zu lösen (man denke nur an die Steuervermeidung internationaler Konzerne). Aber dank Martin Schulz hat die SPD endlich wieder eine breite Diskussion über Gerechtigkeit angestoßen. Außerdem ist er zutiefst davon überzeugt, dass wir unsere Probleme nicht lösen, indem wir Minderheiten ausgrenzen und diskriminieren. An keinem einzigen der oben beschriebenen Ungerechtigkeiten sind Muslime, Schwule, Flüchtlinge, Juden, Einwanderer, Türken, Roma oder sonst jemand schuld, der von den rechten Hetzern beschimpft wird. Die Probleme und Krisen werden wir nur in den Griff kriegen mit einer sozialen Politik, die nicht die Freiheit von Waren und Dienstleistungen, sondern die Freiheit von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit einer Politik, die Vermietern nicht die maximale ‚wirtschaftliche Verwertung‘ von Wohnraum erlaubt, sondern bezahlbare Wohnungen für alle zur Verfügung stellt. Mit einer Politik, die nicht zuerst dem Markt vertraut, sondern zum Beispiel die allgemeine Daseinsvorsorge (Energie, Verkehr, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser) in die Hände von Kommunen, Ländern und dem Bund legt.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Januar, Februar, März-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Herber Schlag für die SPD – Wir haben verstanden

Ein Kommentar von Lucas Koppehl, Vorsitzender der SPD Karow-Buch

Die Berlin-Wahl am 18. September war für die Berliner SPD ein herber Schlag. Wenngleich wir wieder stärkste Partei geworden sind und mit Michael Müller aller Voraussicht nach den nächsten Regierenden Bürgermeister stellen werden, kann ein Ergebnis von 21,6 % niemanden zufrieden stellen. In Pankow sieht es noch schlimmer aus: Statt erneut den Bezirksbürgermeister zu stellen, belegt die SPD nur den dritten Platz. Von den bisherigen sieben Direktmandaten haben wir zwei verloren, auf Grund des niedrigen Zweit-Stimmen-Ergebnisses zog die Liste erst gar nicht. Besonders bitter: Ausgerechnet unser Wahlkreis Karow, Buch und Französisch Buchholz wird künftig von Daniel Buchholz von der AfD im Abgeordnetenhaus vertreten. Hier verloren wir über 10 % bei Erst- und Zweistimmen!

Doch so ist Demokratie. Wir akzeptieren dieses Ergebnis und verstehen es als Auftrag, in den nächsten fünf Jahren das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Künftig wird es darauf ankommen, dass die SPD wieder zu ihren alten Stärken zurückfindet: Und diese bestand immer in der festen Verankerung im Kiez und der Gesellschaft. Zudem müssen wir wieder Priorität auf die Themen legen, die die Mehrheit der Menschen bewegen. Beim Thema Flüchtlingspolitik sprechen ein Großteil der Bevölkerung und die SPD offenbar eine andere Sprache. Hier braucht es künftig klare Ansagen, was geht und was nicht geht – sowie eine transparente Kommunikation, um die Menschen vor Ort für die Flüchtlinge in der Nachbarschaft mitzunehmen. Niemand darf sich in Karow oder Buch abgehängt fühlen.

Um dies alles zu gewährleisten werden wir wieder stärkeres Personal aufbauen müssen, dass diese Inhalte und diese Kommunikation auch überzeugend leisten kann. Die Arbeit beginnt jetzt – wir haben verstanden.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Oktober, November, Dezember-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Pankow hat einen neuen Bürgermeister

Die BVV-Pankow hat am 27. Oktober einen neuen Bezirksbürgermeister gewählt: Die so genannte Zählgemeinschaft („Koalition“) aus SPD, Die Linke und Grüne wählte Sören Benn (Die LinkeLinke) zum Bürgermeister mit dem Zuständigkeitsbereich Kultur und Finanzen, Stellvertretender Bürgermeister wird Jens Holger Kirchner (Grüne) mit den Abteilungen für Stadtentwicklung und Bürgerdienste. Unsere Kandidatin Rona Tietje (SPD) wird Stadträtin für Jugend, Wirtschaft und Soziales. Verabschiedet wurde außerdem eine Resolution für ein vielfältiges Pankow.

Im Vorfeld der konstituierenden Tagung der BVV-Pankow haben sich die drei Parteien auch geeinigt, Forderungen der SPD Karow-Buch umzusetzen: So sprechen sich die Fraktionen für den Bau eines Regional-Bahnhofs Buch und umfassender Bürgerbeteiligung bei wichtigen Projekten des Bezirks aus.

Der Personalvorschlag der Partei Die Linke für das Amt des Vorstehers der BVV-Pankow, sie schlugen Michael van der Meer (Die Linke) vor, wurde aufgrund seiner Vergangenheit als inoffizieller Mitarbeiter des MfS auf dem Kreisparteitag der SPD Pankow zunächst abgelehnt, sodass der gemeinsame Vertrag über die Zählgemeinschaft noch nicht verabschiedet werden konnte. Dennoch wurde van der Meer auf der konstituierenden Sitzung der BVV-Pankow zum Vorsteher – mit einigen Gegenstimmen und Enthaltungen – gewählt. Alle drei Parteien werden ungeachtet der Differenz in dieser Personalfrage für die nächsten fünf Jahre solidarisch zusammenarbeiten.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Juli, August, September-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Herausforderung Wohnungsbau

Ein Kommentar von Nicolas Drathschmidt, Stellvertretender Vorsitzender der SPD Karow-Buch

Berlin wächst. Die Hauptstadt ist attraktiv und zieht Menschen aus ganz Deutschland und der Welt an. Davon profitiert unsere Wirtschaft und auch die Steuereinnahmen sprudeln wie schon lange nicht mehr. Dieses Wachstum hat aber auch negative Begleiterscheinungen: Die Stadt platzt aus allen Nähten, der Wohnraum wird knapp und vor allem teuer. Kitaplätze fehlen, Sportstätten reichen nicht mehr aus, die Verwaltung ächzt unter der Belastung. Dennoch, Berlin kann stolz darauf sein, was bisher erreicht wurde. Vor nicht allzu langer Zeit wurde darüber nachgedacht, was wir mit den vielen leerstehenden Wohnungen machen, wie wir die wirtschaftliche Flaute überwinden und die schrumpfende Stadt organisieren. Dass dieser Trend gestoppt, gar umgedreht wurde, ist ein Erfolg der SPD. Die Aufgabe der Zukunft wird es sein, das Wachstum an die Bedürfnisse der Berlinerinnen und Berliner anzupassen. Die Berliner SPD hat daher eine Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet, um das Wachstum menschlich zu gestalten: Das Infrastruktur-Paket „Wachsende Stadt“ wurde geschaffen, reine Ferienwohnungen verboten, die Mietpreisbremse verschärft und nicht zuletzt bauen wir zahlreiche neue Wohnungen.

Buch und Karow sind attraktive Ortsteile am grünen Stadtrand von Berlin. Wir werden also auch hier bei uns Wohnraum schaffen müssen, um den Zuzug nach Berlin zu bewältigen. Dabei kommt es darauf an, dass wir lebendige Quartiere errichten und funktionierende Nachbarschaften ermöglichen. Teure Eigentumswohnungen reichen nicht aus, um den Bedarf der Berlinerinnen und Berliner zu decken. Wir brauchen bezahlbare Mietwohnungen, damit die typische Berliner Mischung erhalten bleibt. Bei uns soll die Studentin neben der Familie und dem Rentner in einem Haus wohnen können. Deshalb fordern wir, dass bei allen großen Neubauvorhaben mindestens 25% Sozialwohnungen entstehen.

In Buch soll das Gebiet Am Sandhaus und der Max-Burghardt-Straße entwickelt werden. Auch in Karow-Süd wird Berlin bauen. Dabei entstehen allerdings nur attraktive Stadtteile, wenn wir ausreichend bezahlbare Mietwohnungen schaffen, das Quartier barrierearm gestalten und nachhaltig und klimafreundlich bauen. Wir müssen von vorneherein Verbesserungen für alle – Alteingesessene und Zugezogene – planen, damit das Wachstum auch gut für die Menschen ist. Das heißt, wir brauchen gute Lösungen für den Auto- und Öffentlichen Nahverkehr sowie eine Ertüchtigung der sozialen Infrastruktur und damit nicht zuletzt auch den Neubau von Schulen und Kitas.

Wir haben die Chance in den neuen Quartieren Bildungseinrichtungen auf einem gemeinsamen Campus zusammen zu führen und unseren Kindern bestmögliche Bedingungen zu bieten. Wir können Stadtviertel im Grünen bauen, die die beste Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und ausreichend Erholungsflächen bietet. Wir können Bedingungen für bedarfsgerechtes Wohnen im Alter und barrierefreies Wohnen schaffen. Wir können den Öffentlichen Nahverkehr so ausbauen, dass auch die bereits hier lebenden Bürgerinnen und Bürger Vorteile verspüren.

Indem wir das Wachstum von Karow und Buch menschlich gestalten, werden wir unsere Ortsteile sozial stabilisieren. Die Berliner SPD ist die Mieterpartei. Gemeinsam werden wir diese Herausforderung meistern, damit Berlin bezahlbar bleibt.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Oktober, November, Dezember-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Vier Wochen ohne die S-Bahnlinie 2 – Verkehrsinfarkt und kein Ende in Sicht?

Ein Kommentar von Roland Schröder, Verkehrspolitischer Sprecher der SPD Pankow in der Bezirksverordnetenversammlung von Pankow

Seit dem 14. Oktober 2016 ruht der gesamte S-Bahnverkehr wegen umfangreicher Bauarbeiten zwischen den Bahnhöfen Blankenburg und Bernau für vier Wochen. Für die Fahrgäste wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, die Reisezeiten erhöhen sich deutlich von 17 auf bis zu 48 Minuten für die gesamte Strecke. Diese vorrübergehenden Beeinträchtigungen sind sehr belastend und auch ärgerlich, nach Abschluss der Arbeiten können sich aber deutliche Vorteile für die Fahrgäste ergeben.

Was wird gebaut?

Durch die Erneuerung des Oberbaus der beiden S-Bahn-Gleise zwischen Karow und Buch sowie im Bahnhof Buch werden Langsamfahrstellen beseitigt. Der Einbau von fünf neuen Weichen im Bahnhof Karow kann die Abfolge der Züge vereinfachen und beschleunigen. Durch die Installation der Zugsicherungstechnik der Berliner S-Bahn (ZBS) und der damit verbundenden Errichtung von 46 neuen Signalen sowie der Prüfung, Abnahme und Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Zepernick verfügt diese Strecke dann gemeinsam mit der Stadtbahn über die modernste Sicherungstechnik des Berliner S-Bahnnetzes. Die bisherige mechanische Zugsicherung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört damit endlich der Vergangenheit an.

Bringt das denn auch etwas?

Durch diese Veränderungen werden künftig nur noch die neueren Züge der Baureihe 482/482 oder die demnächst zur Auslieferung kommenden neuen S-Bahnen der Baureihen 483 und 484 zum Einsatz kommen können. Die älteren Züge werden nicht mehr auf diese Technik umgerüstet und können somit nicht mehr zum Einsatz kommen. Zugleich kann von einem stabileren Betrieb ausgegangen werden, da die Strecke dann zentral über ein Stellwerk gesteuert wird. Größter Vorteil ist aber mit Sicherheit, dass es künftig durch den Einbau der neuen Technik möglich ist, auch zwischen den Bahnhöfen Bernau und Berlin-Buch einen 10-Minuten-Takt zu fahren. Damit können sich für viele Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland erhebliche verkehrliche Verbesserungen ergeben. Das kann auch dazu beitragen das mit parkenden PKW überfüllte Umfeld des S-Bahnhofs Buch zu entlasten. An dieser Stelle ist aber zunächst die Politik gefragt, denn diese zusätzlichen Fahrleistungen müssten die Länder Berlin und Brandenburg erst noch bei der S-Bahn Berlin GmbH bestellen. Fordern Sie also die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin auf, dass diese sich für die Bestellung dieser Fahrten einsetzen.

Noch mehr Bauarbeiten?

Gerade vor der ab 2017 anstehenden Sanierung der acht Kilometer langen A114 vom Dreieck Pankow bis Französisch Buchholz und ebenfalls ab 2017 vorgesehenen Ersetzung von 13 Eisenbahnüberführungen in Buch (Wiltbergstraße, Pölnitzweg, Mewesstraße), Panketal (Personentunnel Röntgental, Bahnhofstraße, Schönerlinder Straße, Panke, Schönower Straße) und Bernau (Feldweg, Zepernicker Chaussee, Weißenseer Straße, Bahnhofstraße, Börnicker Chaussee) sowie den ebenfalls geplanten Bauarbeiten an den Gleisen der fern- und regionalbahn ist es wichtig, dass im Vorfeld alle weiteren S-Bahn-Abschnitte soweit saniert sind, dass sie für die Aufnahme zusätzlicher Verkehr gut hergerichtet sind.

Und dann kommt auch noch der sogenannte Turmbahnhof am Karower Kreuz?

Ob eines Tages am Karower Kreuz tatsächlich ein sogenannter Turmbahnhof als neuer Kreuzungsbahnhof von S- und Regionalbahnlinien entsteht, ist derzeit noch nicht abzusehen. Im aktuellen Planfeststellungsverfahren sind nämlich nur vorbereitende Arbeiten und Planungen vorgesehen. Insgesamt soll die Strecke der Regional- und Fernbahn im Bereich des Karower Kreuzes zweigeleisig ausgebaut werden. Dabei werden vor allem auch Maßnahmen für den Lärmschutz zwischen Blankenburg und Buch vorgesehen und eben auch der spätere Einbau eines Turmbahnhofs.

Würde dieser Bahnhof errichtet ist allerdings fraglich, ob z. B. die Heidekrautbahn dann weiterhin den Bahnhof Karow als Haltepunkt anfahren wird oder nicht. Das hätte auch entscheidende Auswirkungen auf Attraktivität des gesamten Bahnhofs sowie für die Verbindung von Karow mit der Schorfheide. Zugleich stellt sich die Frage, welches Fahrgastaufkommen tatsächlich realisiert werden kann, da es in unmittelbarer Umgebung nur wenig Bewohnerinnen und Bewohner gibt. Alle ein- und aussteigenden Fahrgäste müssen also erst mit anderen Verkehrsmitteln den Bahnhof erreichen oder verlassen können. In Frage kommen selbstverständlich auch umsteigende Fahrgäste: Doch welche Umsteigebeziehung kann hier sinnvoll erfolgen? Vielleicht nutzen Fahrgäste von Oranienburg nach Bernau oder auch zwischen Eberswalde und dem eines Tages vielleicht doch eröffneten Flughafen BER diese Möglichkeit? Aber steigen diese Fahrgäste an diesem Punkt tatsächlich um? Wie häufig müssten die Züge fahren, damit das Umsteigen an dieser Stelle attraktiv ist? Und was sagen die Anwohnerinnen und Anwohner heute noch ruhiger Seitenstraßen oder Sackgassen, die dann als An- und Abfahrtsstraßen für einen Bahnhof ausgebaut werden?

Diese Debatte bleibt spannend und ist im Ausgang offen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Positionen.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Oktober, November, Dezember-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Karower Teiche und Karower Kreuz – SPD auf Tour

Ein Kommentar von Lucas Koppehl, Vorsitzender der SPD Karow-Buch

Im beginnenden Wahlkampfjahr besuchte die SPD-Abteilung Karow-Buch am 18. Juni die im benachbarten Ortsteil Französisch Buchholz liegenden Karower Teiche. Der Pankower Forstamtsleiter Romeo Kappel führte die Gruppe fachkundig durch die Anlage. Doch war dies nicht nur eine erholsame Wanderung durch die Mark Brandenburg, sondern mit einem politischen Anliegen verbunden. Was kaum einer weiß: Die besondere Entwicklung der Karower Teiche seit Ende der 1980-er Jahre hat dazu geführt, dass das Gelände heute einer der bedeutendsten Brutplätze zahlreicher bedrohter Vogelarten ist – und zwar europaweit. Sogar aus dem Ausland kommen Vogelexperten nach Pankow um sich mit der Artenvielfalt, die hier noch eine Heimstatt findet, zu beschäftigen. Dieses bedeutsame Umweltschutzgebiet zu erhalten und seine Bedeutung weiterhin zu fördern ist für uns als SPD Karow-Buch ein wichtiges Anliegen. Denn darüber hinaus sind die Karower Teiche als Teil des Naturparks Barnim ein Naherholungsgebiet für alle Mitbürger, das die Lebensqualität in unserem Bezirk so einzigartig macht.

Am 7. Juli nahmen zudem Vertreter des Abteilungsvorstandes an einer Wahlkreistour unseres Pankower Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup teil. Geladen waren Vertreter der Deutschen Bahn, des Campus Buch und einer Bürgerinitiative gegen Bahnlärm. Im Mittelpunkt stand das Thema Schienenverkehr in Karow und Buch, insbesondere der seit langem in der Diskussion stehende Bahnhof „Karower Kreuz“. Dieser rückt wieder in den Vordergrund, weil die nun beginnende Sanierung der S-Bahnstrecke von Blankenburg bis Karow die Ausmaße eines möglichen Bahnhofs baulich berücksichtigen soll. Das Land Berlin muss in den kommenden Jahren entscheiden, ob der Bahnhof kommen soll. Wir als SPD Karow-Buch stehen dem Karower Kreuz skeptisch gegenüber. Grundsätzlich ist die Errichtung neuer Bahnhöfe zu begrüßen, jedoch sind in diesem Falle weder die nahverkehrliche Anbindung des Standortes gesichert, noch wäre mit genügenden Fahrgastzahlen zu rechnen. Dafür ist der Einzugsbereich des Bahnhofs einfach zu klein. Pendler aus dem Brandenburger Umland, die wie von der Bahn geplant, am neuen Bahnhof umsteigen sollen, würden mir ihren Autos ein Verkehrschaos verursachen. Wichtigstes Gegenargument für uns ist jedoch, dass mit dem Bau des Karower Kreuzes ein möglicher Regionalbahnhof Buch ins Hintertreffen geraten würde. Einen zusätzlichen Regionalbahnsteig am Bahnhof Buch fordert die SPD Karow-Buch bereits seit längerem, um die positive Entwicklung des aufstrebenden Ortsteils Buch sowie des Campus Buch mit seinen vielen Arbeitsplätzen zu unterstützen. Die alte Diskussion wird uns also auch im Wahlkampfjahr 2016 erhalten bleiben.

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Juli, August, September-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.

Lebensgefühl Berlin

Ein Kommentar von Nicolas Drathschmidt, Stellvertretender Vorsitzender der SPD Karow-Buch und Kandidat für die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow

Berlin, das ist die Stadt für alle. Mehr als 25 Jahre nachdem sich die Berlinerinnen und Berliner im Osten ihre Freiheit friedlich erkämpft haben, lassen wir sie uns nicht mehr nehmen, denn Berlin ist eine weltoffene Metropole und soll es auch bleiben. Für Menschen aus mehr als 180 Nationen ist Berlin Heimat geworden. Ein Zuhause, das durch Vielfalt geprägt ist und Wandel. Unser Lebensgefühl ist Freiheit. Die Freiheit für die anderen, anders sein zu können als man selbst.

Auch Karow und Buch sind lebendige Ortsteile am Berliner Stadtrand, in denen uns der beständige Wandel Berlins begleitet: Der Campus und die Kliniken in Buch sind Arbeitgeber für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Bei uns werden Wohnungen gebaut für Menschen, die zu uns kommen, für Flüchtlinge, für die Berlinerinnen und Berliner. Es entstehen Quartiere im Grünen für Familien, Menschen jeden Alters, jeder Herkunft. Wir haben die Chance in Buch und Karow bezahlbare Mietwohnungen zu bauen, ausreichend Kita- und Schulplätze zu schaffen und das Leben auch der Alteingesessenen zu verbessern. Dafür braucht es allerdings das Engagement der Zivilbevölkerung, die sich einbringt, die kritisch und konstruktiv ist.

Wir erzielen Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit, Bildung in Berlin ist gebührenfrei und wir können wieder mehr investieren. Das alles gelingt uns nicht ohne Wachstum und ohne die Beliebtheit Berlins, die so viele Menschen hierher lockt. Die zahlreichen Veränderungen, die unsere Stadt nun durchlebt, stellen uns natürlich vor große Herausforderungen. Mein Vertrauen in die Berlinerinnen und Berliner ist jedoch größer, als die Angst, das nicht bewältigen zu können. Mit Sorge betrachte ich aber die wachsende Zahl derer, die unsere tolerante und freie Stadt in Frage stellen. In diesen Tagen müssen wir Haltung bewahren und uns gradlinig gegen die Ewiggestrigen stellen, die nicht verstehen wollen, dass Berlin eine bunte, internationale Stadt ist. Hass und Ausgrenzung passen nicht zu Berlin, hier darf jeder so sein wie er oder sie das möchte.

„Ich bin schwul und das ist auch gut so!“, sprach Klaus Wowereit vor 15 Jahren aus – damals ein weltverändernder Satz.
Heute, möchte ich in einem Land, in einem Berlin leben, in dem es selbstverständlich ist, diesen Satz sagen zu können. In meinem Berlin halten wir zusammen und grenzen nicht aus, wir verbinden, statt zu hetzen. Berlin bleibt die Stadt der Vielfalt, der Toleranz, der Offenheit. Eine Stadt, die ein bisschen verrückt sein darf, ein bisschen chaotisch, die kreativ ist und erfolgreich.

Berlin bleibt weltoffen!

Dieser Kommentar ist ursprünglich in der Juli, August, September-Ausgabe der Kiezstimme der SPD Karow-Buch erschienen.